Zeichen

Valérie Wagner, Zeichen 4, 2008



Haut und Rinde.                                                                                                       english

Die Bildserie Zeichen ist in den Jahren 2007 bis 2011 entstanden und wurde als Lebens-Zyklus (Geburt bis Tod) konzipiert. Sie besteht aus insgesamt 18 Diptychen, die das Verhältnis von Mensch und Natur zum
Inhalt haben.
In diesen Bildpaaren wird eine ästhetische und inhaltliche Verbindung zwischen Mensch (Haut) und
Natur (Wald/Bäumen) hergestellt mit dem Ziel, diese Verbindung und gegenseitige Abhängigkeit visuell erfahrbar zu machen und ins Bewusstsein des Betrachters zu rücken.

Valérie Wagner hat bei Natur und Mensch sowohl nach Verletzungen, Narben und Muttermalen wie auch nach Merkwürdigkeiten und Eigenarten – eben „Zeichen“ – gesucht, die dieses Lebewesen gezeichnet, aber auch ausgezeichnet haben. Mit dem Titel „Zeichen“ spielt die Künstlerin auch auf die Zeichen der
Zeit – Stürme, Überschwemmungen, Dürren – an, die einen Klimawandel markieren und vor einer fortwährenden Unachtsamkeit im Umgang mit der Natur warnen.

Die Arbeit wurde Ende 2007 im Magazin MENSCHEN als Bildstrecke veröffentlicht und im Juni 2008 mit dem Kunstpreis Ökologie ausgezeichnet.

„Valérie Wagner nimmt in ihrer Fotoserie „Zeichen“ zu fragwürdigen Idealen des aktuellen Zeitgeistes bewusst eine Gegenposition ein, ein Zeitgeist, der vor allem durch die Werbeindustrie generiert und ständig gefüttert wird.
Valérie Wagner konfrontiert den Betrachter in schonungsloser Weise mit den Grundtatsachen menschlicher Existenz: Unbestrittenermaßen gibt es im Leben Glück und Freude. Diese werden jedoch durch die Verletzbarkeit, Vergänglichkeit und letztendlich den Tod als Endpunkt irdischer Existenz relativiert. Sich dessen zu vergewissern und nicht dem Zeitgeist vollkommen anheim zu fallen, ist ein Anliegen von Valérie Wagner.“
(Dr. Volker Probst, Geschäftsführer der Ernst Barlach Stiftung, aus der Laudatio zur Kunstpreisverleihung 2008)